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René Klein verantwortet als Chefredakteur seit über 10 Jahren die Inhalte auf dem Portal und aller Publikationen von Für-Gründer.de. Er ist regelmäßig Gesprächspartner in anderen Medien und verfasst zahlreiche externe Fachbeiträge zu Gründungsthemen. Vor seiner Zeit als Chefredakteur und Mitgründer von Für-Gründer.de hat er börsennotierte Unternehmen im Bereich Finanzmarktkommunikation beraten. Das Einhalten dieser Formalia ist von großer Bedeutung: Gesellschafterbeschlüsse können wegen Formfehlern blockiert oder rückwirkend als ungültig erklärt werden. Die rechtlich vorgeschriebenen Formalitäten haben klare Vorteile: Sie dienen der Transparenz und Konsensfindung. Im Umkehrschluss beugen sie Streitigkeiten unter den Anteilseignern vor. Die Initiative zu solchen Versammlungen und deren Vorbereitung geschehen durch Einberufung bzw. Ladung. Muster für die Einladung zu einer außerordentlichen Gesellschafterversammlung Insbesondere sind auch solche Gesellschafter einzuladen, die wegen eines Stimmverbots bei einem Teil oder allen Beschlussgegenständen nicht an der Abstimmung teilnehmen dürfen. Ein Gesellschafter, der gegen einen Beschluss der Gesellschafterversammlung einer GmbH vorgehen will, muss hiergegen die Anfechtungsklage erheben. Fehler bei der Einladung zu Gesellschafterversammlungen führen grundsätzlich zur Unwirksamkeit der dort gefassten Beschlüsse, es sei denn, alle Gesellschafter sind trotz des Ladungsmangels erschienen oder vertreten und mit einer Beschlussfassung einverstanden („Vollversammlung“) oder haben in sonstiger Weise auf die Einhaltung der Ladungsvorschriften verzichtet. Die Gesellschafter müssen bereits vor der Gesellschafterversammlung wissen, zu welchem Zweck sie stattfinden soll, um sich sachgerecht vorbereiten zu können.

Die „Tagesordnung“ der Gesellschafterversammlung ist daher möglichst bereits im Ladungsschreiben selbst mitzuteilen. Bei der GbR bzw. der OHG ist eine Gesellschafterversammlung per Gesetz nicht vorgesehen. Dann alle Gesellschafter sind geschäftsführend tätig und stimmen sich im operativen Geschäft ab. Gesellschafterversammlungen sind aber bei GbR und OHG gleichwohl sinnvoll und werden auch regelmäßig durchgeführt. Auch hier ist eine gute Regelung im Gesellschaftervertrag sinnvoll, insbesondere zum Katalog der zustimmungspflichtigen Geschäfte. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich Gesellschafter uneins sind oder sich gar im Gesellschafterstreit befinden. Die Weichen werden in solchen Fällen in der Gesellschafterversammlung durch Gesellschafterbeschlüsse gestellt.

Daher ist den rechtlichen (und taktischen) Spielregeln größte Aufmerksamkeit zu widmen. Der Gesellschaftsvertrag und die gesetzlichen Verfahrensvorschriften müssen im Gesellschafterstreit richtig interpretiert und umgesetzt werden. Bei komplexeren Sachverhalten ist es indessen ratsam, die Beschlussfassung durch rechtzeitige Informationen vor der Gesellschafterversammlung vorzubereiten.